„Zwangstrennung“ nach 42 Jahren Patenschaft

Für die goldene Hochzeit hat es nicht ganz gereicht, aber es war eine lange und schöne Partnerschaft: 42 Jahre waren die Stadt Rietberg und das Sanitätsregiment 22 „Westfalen“ der Bundeswehr eng miteinander verbunden. Am Dienstag ist das Regiment auf dem Markplatz in Ahlen offiziell aufgelöst worden. Diesen Schritt hatten die Soldaten lange vorher angekündigt.

Auch die Patenschaft mit Rietberg ist damit Geschichte. Bürgermeister Andreas Sunder und der Erste Beigeordnete Dieter Nowak waren gemeinsam mit den Ehrenunteroffizieren Siegfried Bartels, Gerhard Aufderheide, Stefan Dörhoff, Winfried Kuper und Gerd Muhle nach Ahlen gereist, um am Auflösungsappell teilzunehmen. „Es ist schade, dass eine solche Tradition endet. Wir werden noch oft an die vielen Besuche der Soldaten bei uns in Rietberg denken“, betonte Bürgermeister Sunder. Einer der beliebtesten Termine war der gesellige Nachmittag mit den DRK-Senioren und dem Sanitätsregiment, der jedes Jahr um die Weihnachtszeit stattgefunden hat – mal in Ahlen, mal in Rietberg. Vorher auch in Hamm, denn dort war das Regiment vor dem Wechsel nach Ahlen stationiert.

Dass die Truppenfahne der Einheit nach 57 Jahren für immer eingerollt worden ist, hat organisatorische Gründe. Die Bundeswehr hat ihren Sanitätsdienst neu strukturiert. Die Mitglieder des bisherigen Sanitätsregiments 22 bilden ab sofort den Führungsbereich des neuen Sanitätsregiments 2, das über Standorte in Rennerod und Koblenz verfügt. Eine Fortführung der Patenschaft mit dem Regiment kam allein aufgrund der Entfernung nicht in Frage.

Bild: Die Delegation aus Rietberg hat bei der Auflösung des Sanitätsregiments 22 eine Dankesurkunde entgegennehmen können. Das Foto zeigt (von links), Dieter Nowak, Stefan Dörhoff, Winfried Kuper, Gerhard Aufderheide, Kommandeur und Oberarzt Fritz Stoffregen, Andreas Sunder, Siegfried Bartels und Gerd Muhle.