Viktoria Rietberg schon durch – Schafft DJK Bokel auch den Aufstieg?

Die Freude am Pfingstmontag kannte auf dem Sportplatz Berglage in Rietberg keine Grenzen: 30 Jahre nach dem letzten Aufstieg in die Bezirksliga, hat es die Viktoria wieder geschafft und sich am 27. Spieltag der Kreisliga A den Titel und damit den Aufstieg gesichert. Am Sonntag, 26. Mai könnte die nächste Mannschaft aus dem Rietberger Stadtgebiet den Aufstieg perfekt machen: DJK Bokel steht als Tabellenführer schon mit eineinhalb Beinen in der Kreisliga A.

Mit einem selbst in dieser Höhe verdienten 8:1-Heimerfolg über den SV Spexard II. konnte Viktoria Rietberg den Meistertitel perfekt machen, profitierte dabei aber auch vom nächsten Stolperstein des einzigen Titel-Konkurrenten TuS Friedrichsdorf, die zu Hause überraschend gegen den SCW Liemke mit 1:2 unterlegen waren. Bis das Ergebnis aus Friedrichsdorf fix war, musste aber erst einmal noch ein wenig in Rietberg gezittert werden, denn via Telefon-Live-Konferenz verfolgten die Verantwortlichen um Viktoria-Coach Wolla Grübel und Max Heinrich das Geschehen des Tabellenzweiten.

Die große Aufstiegsparty begann, als im Telefon der Schlusspfiff ertönte und die Viktoria aus Rietberg somit erstmals seit 27 Jahren wieder in der Bezirksliga spielen wird. Genau vor 30 Jahren war man zuletzt aus der Kreisliga A aufgestiegen, drei Jahre später aber wieder abgestiegen. Zwischendurch wurde man sogar in die Kreisliga B durchgereicht, ehe Viktoria Rietberg in der Saison 2005/2006 den Sprung zurück in die höchste Liga auf Kreisebene schaffte, um dort nach und nach zu einer echten Größe zu werden.

Aufstieg Viktoria Rietberg - Ralf Wilhelmstroop und Rietbergs Ortsvorsteher Engelbert Ottemeier

In der Aufstiegs-Euphorie musste sogar Rietbergs Ortsvorsteher Engelbert Ottemeier (l.) dran glauben und wurde von Ralf Wilhelmstroop mit einer Bierdusche bedacht.

Alleine in den letzten vier Jahren kam man vier Mal unter die Top vier der Liga und wurde vor zwei Jahren nur knapp vom VFB Schloß Holte geschlagen. Mit einer Klausurtagung im Winter 2012 legte man den Grundstein für eine goldenen Zukunft, die in einem mehrseitigen Konzeptpapier mündete. Darin verankert war unter anderem das Ziel, bis zur Saison 2014/2015 mit der Ersten Mannschaft aufzusteigen. Dieses Ziel hat man nun bereits ein Jahr eher, als geplant erreicht – ein Fakt, über den sich in Rietberg aber gewiss niemand beschwert.

Aufstieg Viktoria Rietberg - Wolla Grübel und Max Heinrich rauchen Zigarre

Viktoria-Coach Wolla Grübel (l.) und Spielertrainer Max Heínrich rauchen ge- meinsam die Aufstiegs-Zigarre.

Schon garnicht der neue sportliche Leiter Wolla Grübel, der vor seinem Engagement bei Viktoria Rietberg in der NRW- bzw. Oberliga beim FC gütersloh 2000 tätig war. Viktorias Fußball-Obmann stellte ihm das Konzept vor und konnte ihn davon überzeugen, in Rietberg etwas Großes aufzubauen. „Mein Sohn Dennis hat mir dazu geraten, hier zuzusagen. Für ihn war Viktoria Rietberg immer der Verein, bei dem er sich am wohlsten gefühlt hat“, so der 57-jährige bei seinem damaligen Amtsantritt. Dass Grübel mittlerweile auch Trainer in Rietberg ist, stört ihn garnicht, im Gegenteil, denn „mir macht die Sache mit den Jungs richtig Spaß“.

Einen ähnlichen Verlauf hat es beim aktuellen Tabellenführer DJK Bokel in der Kreisliga B gegeben. Vor der Saison konnte man mit Giovanni Taverna einen Spielertrainer verpflichten, der mit der Erfahrung aus hunderten Regionalliga-Spielen beim SC Verl und dem SC Wiedenbrück 2000 ins Kanalstadion wechselte. Er hauchte der jungen Mannschaft neues Leben ein und zeigte den Jungs die Stärken, die sie bisher noch garnicht kannten. Nicht umsonst stehen die schwarz-gelben mit den wenigsten Gegentoren der Liga ganz oben.

Am Sonntag könnte man eine bärenstarke Saison mit dem Titel und damit mit dem Aufstieg in die Kreisliga A krönen. Gegen den VFL Rheda könnte man mit einem Sieg die Party in Bokel starten lassen. Zwar steht DJK Bokel zur Zeit mit „nur“ vier Zählern Vorsprung in der offiziellen Tabelle – allerdings ist das wegen Ausschreitungen der gegnerischen Spieler von Aramäer Wiedenbrück abgebrochene Spiel vom vergangenen Sonntag noch nicht in der Rechnung. Beim Stande von 5:0 für Bokel brach der Schiedsrichter die Partie wegen Bedrohungen und Beleidigungen ab. Die Punkte dürfte den Bokelern sicher sein.

Ebenfalls aufgestiegen wäre man am Sonntag übrigens, wenn der Verfolger Germania Westerwiehe nicht punktet und man selber ebenfalls mit leeren Händen aus der Partie gehen würde. Auf diese Rechenspiele will man sich in Bokel aber auf keinen Fall einlassen, sodass man mit einem eigenen Sieg zu Hause den Aufstieg feiern kann. „Dann verwandeln wir das gesamte Dorf in ein großes Tollhaus“, verriet DJK Fußball-Chef Olaf Hünemeier unlängst auf der ersten Pressekonferenz der Kreisliga B Geschichte.

Jubel-Welle DJK Bokel nach dem Derbysieg 2011 gegen die SG Druffel

Jubelt Bokel auch am Sonntag? Mit einem Sieg wäre die Mannschaft in die Kreisliga A aufgestiegen!

Wir gratulieren an dieser Stelle noch einmal Viktoria Rietberg zum Aufstieg und drücken gleichzeitig der DJK aus Bokel die Daumen, dass sie am Sonntag nachziehen und innerhalb von sechs Tagen für die zweite große Aufstiegsparty im Rietberger Stadtgebiet sorgen.