Sunder: COC- Planungen auf einem gutem Weg

Der städtische Haushalt, das Projekt City-Outlet-Center, Glasfaser, neue Baugebiete, das von der Firma Lüning geplante Fachmarktzentrum an der Westerwieher Straße – wer am Montagabend die Bürgerversammlung von Stadtoberhaupt Andreas Sunder im Ratssaal besucht hat, war nach zweieinhalb Stunden zu vielen aktuellen Themen auf dem neuesten Stand.

Die erfreuliche Entwicklung der städtischen Finanzlage erläuterte Kämmerer Dieter Nowak anhand von ausgewählten Zahlen. Die Essenz: Insbesondere die derzeit positive Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen sorgt dafür, dass die Stadt Rietberg für das Jahr 2016 auf einen ausgeglichenen Etat zusteuert. Auch der Entwurf für 2017 verspricht ein gutes Ergebnis. Bürgermeister Andreas Sunder fasste die erfreulichen Nachrichten zusammen: „Eine Haushaltssicherung ist auf absehbare Zeit überhaupt kein Thema mehr. Steuern und Abgaben für unsere Bürger werden wir im Jahr 2017 nicht erhöhen.“

Eine Wasserstandsmeldung gab Andreas Sunder auch zum City-Outlet-Center ab. „Das Projekt ist nicht tot – auch wenn es in den letzten Monaten in der Öffentlichkeit etwas ruhiger geworden ist.“ Er könne gut nachvollziehen, dass die Bürger gern eine verbindliche Aussage dazu hören würden, ob und wann das Projekt umgesetzt wird. „Das ist derzeit seriös nicht mit 100-prozentiger Sicherheit zu beantworten.“ Sunder betonte, die Investoren seien auf einem guten Weg, die benötigte Mindestverkaufsfläche von 9000 Quadratmetern zusammen zu bekommen.

Warum Verhandlungen und Planüberlegungen mit Grundstückseigentümern und Immobilienbesitzern so viel Zeit in Anspruch nehmen, das erklärte der Bürgermeister am Beispiel der jetzigen Aldi-Fläche am Nordtor: Der Aldi-Markt sucht bekanntlich einen neuen Standort, um eine moderne und größere Filiale zu errichten. Sunder: „Daher gibt es Überlegungen, die jetzige Aldi-Fläche für das COC zu nutzen. Bis wir aber beantworten können, ob das überhaupt möglich ist, müssen viele Bedingungen erfüllt sein.“ Zunächst müsse der Marktbetreiber ein geeignetes Grundstück für den Neubau finden, dann sei es an der Stadtverwaltung zu prüfen, ob ein Neubau dort planungsrechtlich möglich ist. Und erst wenn der Aldi-Markt umgezogen sei, könne der COC-Gedanke am Nordtor konkret weiter verfolgt werden. „Das erklärt vielleicht, warum diese Prozesse viel Zeit in Anspruch nehmen“, erläuterte der Bürgermeister. Er selbst könne einer COC-Variante mit zwei Magneten – der Verkaufsfläche am Südtor und einer möglichen Verkaufsfläche am Nordtor – viel abgewinnen. Denn das Verbindungsstück zwischen diesen Magneten sei die Rathausstraße und „genau dort brauchen wir dringend mehr Frequenz“. Realistisch sei ein Projektstart eher für die Jahre 2019/2020 als 2018. Sunder betonte: „Die Rollen sind hier klar verteilt. Es gibt die Investoren, die dieses Projekt umsetzen und es gibt uns als Stadtverwaltung, die es begleitet. Ich als Bürgermeister, unsere Politik, die ISG (Immobilien- und Standortgemeinschaft Rathausstraße) und auch die Investoren sind nach wie vor davon überzeugt, dass das COC eine vielversprechende Möglichkeit ist, unsere Stadt als Einkaufsstadt wieder zum Leben zu erwecken.“ In letzter Zeit seien leider erneute Geschäftsaufgaben zu beklagen gewesen.

Was die Bemühungen betrifft, Rietberg an ein leistungsstarkes Glasfaserkabelnetz anzuschließen, liegt aktuell ein konkretes Angebot auf dem Tisch. Die Stadtwerke Soest möchten den Ausbau übernehmen. Auch Vertreter des Unternehmens Deutsche Glasfaser haben sich inzwischen im Rathaus vorgestellt. „Detaillierte Ausbaupläne sind uns aber bislang nicht vorgelegt worden“, informierte das Stadtoberhaupt. Und auch bei diesem Thema stellt Andreas Sunder die Rollenverteilung klar: „Wir als Stadt begleiten das Projekt, den Ausbau übernimmt der jeweilige Anbieter.“ Das Mitspracherecht der Kommune sei eingeschränkt, aus Sunders Sicht aber bei den Stadtwerken als Tochterunternehmen der Stadt Soest (und damit Mitglied der kommunalen Familie) noch am größten.

Bild: Bürgermeister Andreas Sunder erörterte am Montagabend im Ratssaal mit etwa 40 Interessenten aktuelle Themen. Foto: Stadt Rietberg

Quelle: Stadt Rietberg