Stadt will jährlich 500 Tonnen CO² einsparen

Die Stadt Rietberg macht einen großen Schritt in Richtung klimaneutrale Verwaltung: Ende kommenden Jahres sollen umfangreiche Baumaßnahmen mit einem Volumen von 3,8 Millionen Euro abgeschlossen sein, die dazu führen, dass jährlich rund 500 Tonnen klimaschädliche Treibhausgase weniger produziert werden – eine Ersparnis von 78 Prozent im Vergleich zu 2010. Einen Zwischenstand zu dem Projekt gab jetzt der städtische Projektkoordinator Michael Kaune im Umwelt- und Klimaausschuss des Stadtrates.

Dem Zugewinn an klimafreundlicher Energieerzeugung steht ein nur geringer finanzieller Eigenanteil der Stadt zur Seite. Weil das das Projekt »Klimaneutrale Stadtverwaltung« zu 80 Prozent aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird, muss die Stadt Rietberg selbst lediglich 753.000 Euro aufwenden. Dafür erhält Rietberg ein dickes Paket an Klimaschutzmaßnahmen.

Herzstück der klimaneutralen Wärmeversorgung ist eine innovative Heizzentrale, die unterschiedlichste Techniken zur Wärme- und Stromerzeugung vereint und die jährlich 3.200.000 Kilowattstunden Wärme erzeugt.

Inzwischen ist klar, wo die Heizzentrale gebaut werden soll: nämlich am Rande des Sportplatzes am Torfweg, gleich neben dem Hallenbad. Wie Michael Kaune erklärte, sollen an die Heizzentrale zugleich Vereinsräume für den heimischen Sport angebaut werden – mit Umkleiden, Duschen und Besprechungsraum.

Mit rund 2,5 Millionen Kilowattstunden wird das Schulzentrum – inklusive Blockheizkraftwerk und Cultura – der weitaus größte Energieabnehmer der Heizzentrale sein. Fast eineinhalb Kilometer wird die geplante Nahwärmeleitung lang sein, die das Freibad sowie das gesamte Schulzentrum neben dem Sportplatz mit Wärme versorgen soll. Sie soll auch unter die Rathausstraße verlegt werden und so die zehn Verwaltungsgebäude in der historischen Altstadt mit Wärme versorgen – von der Emsturnhalle bis zur Touristikinformation. Ob darüber hinaus auch die neu erworbene Gaststätte Blomberg und die Südtorschule angeschlossen werden sollen, muss die Politik noch entscheiden. Denn diese beiden Gebäude sind im Förderverfahren nicht enthalten und müssten auf städtische Kosten ergänzt werden.

Weitere Gebäude dürfen nicht eingebunden werden, erklärte Projektkoordinator Michael Kaune: Voraussetzung für die Fördergelder ist, dass nur städtische Gebäude angeschlossen werden. Deshalb sind auch die Förderschulen und das Hallenbad am Torfweg von diesem Projekt ausgeschlossen – sie gehören nicht zur Stadt Rietberg.

Ein Steuerungs- und Monitoringsystem soll künftig alle Verbräuche aller angeschlossenen Immobilien überwachen und analysieren. So lässt sich der Energiebedarf besser nachvollziehen und bei Abweichungen schneller eingreifen.

Für 220.000 Euro sollen zwei E-Fahrzeuge für den städtischen Bauhof sowie drei Elektroautos für die Verwaltung angeschafft werden. Zehn Ladestationen inklusive.

Und: Das Rundtheater Cultura soll im Zuge des Gesamtprojekts saniert und in Bezug auf die Klimafolgenanpassung optimiert werden. Die aktuelle Beheizung und Klimatisierung erfolgt über Strom, was jedoch einen hohen CO2-Ausstoß verursacht. Durch einen Austausch des Heizregisters und Anschluss an das Nahwärmenetz soll die Bilanz des Gebäudes dauerhaft verbessert werden. Außerdem ist an eine Begrünung der Außenfassade gedacht.

Die einzelnen Maßnahmen gehen nun in die Detailplanung und sollen im Sommer ausgeschrieben werden, so das im Optimalfall im Herbst mit den ersten Arbeiten begonnen werden kann.

Quelle: Stadt Rietberg