Stadt Rietberg will schnelles Internet für alle Ortsteile

Die Stadt Rietberg drückt beim Thema DSL auf die Tube. Geplant ist eine Internetversorgung von mindestens 16 Mbit/s – und zwar im gesamten Stadtgebiet. Damit könnten die Bürger der bislang völlig unterversorgten Ortsteile um ein vielfaches schneller ins Netz als bisher. „Noch höhere Übertragungsraten sind ausdrücklich gewünscht“, heißt es in einem sogenannten Interessenbekundungsverfahren, das die Stadt Rietberg jetzt auf den Weg gebracht hat.

Stellungnahme vom Rietberger Bürgermeister Andreas Sunder:

Alle Telekommunikationsunternehmen haben nun die Möglichkeit, der Stadt Rietberg innerhalb der nächsten vier Wochen ein Angebot zu machen, das Internettempo zu beschleunigen. Die Anforderungen: mindestens 16 Mbit/s, 90 Prozent Flächendeckung; und in Gewerbegebieten mindestens 25 Mbit/s. Mit diesem Vorstoß verfolge ich konsequent meinen Weg, mich für eine bessere Internetversorgung möglichst vieler Bürger einzusetzen. Die Optimierung der Internetanbindung im gesamten Stadtgebiet war eines meiner zentralen Wahlkampfthemen vor eineinhalb Jahren. Jetzt geht es mit großen Schritten vorwärts.

Ich freu mich, dass die flächendeckende Internetversorgung mittlerweile auch flächendeckend in der Politik angekommen ist. Schließlich ist die Verfügbarkeit von schnellem Internet ein wichtiger Standortfaktor – sowohl für Privatpersonen, erst Recht aber für Wirtschaftsunternehmen.

Parallel will die Stadt Rietberg den Kreis Gütersloh unterstützen, der für alle Städte und Gemeinden einen Breitband-Masterplan entwickeln lässt. Ziel ist der Ausbau eines Glasfasernetzes mit Anschlüssen bis direkt an jedes Haus binnen der nächsten elf Jahre. Über die Beteiligung am Breitband-Masterplan entscheiden die Mitglieder des Bauausschusses in der Sitzung am 20. Februar. Der Ausschuss tagt öffentlich und beginnt um 17 Uhr im Progymnasium Rietberg. Dann wird auch ein Mitarbeiter der Deutschen Telekom AG zu Gast sein und die Möglichkeiten der Verbesserung der Breitbandversorgung in der Stadt Rietberg erläutern.

Sollten die Telekommunikationsunternehmen im Rahmen des Interessenbekundungsverfahrens nachweisen, dass ihnen beim Ausbau des Internets eine Finanzierungslücke entsteht, kann diese durch die Zahlung eines Zuschusses (Beihilfe) geschlossen werden.

Ich bin optimistisch, dass bereits in der April-Sitzung des Bauausschusses Entscheidungsgrundlagen vorliegen. Der Rat hat das letzte Wort. Er muss entscheiden, wann und in welchen Gebieten mit dem Ausbau begonnen werden soll. Und gegebenenfalls auch darüber, was ihm der Ausstieg aus dem Schneckentempo wert ist. Wir müssen aufpassen, dass die kleineren Ortsteile und die unterversorgten Unternehmer nicht den Anschluss verlieren – und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

In den kleineren Stadtteilen wie Bokel, Druffel und Westerwiehe liegt die derzeitige Internetgeschwindigkeit zum Großteil unter einem MB pro Sekunde. Das hat jetzt auch noch mal eine Befragung von engagierten Bokelern im Rahmen des Dorfentwicklungskonzepts bestätigt. Danach gelten 85 Prozent der befragten Haushalte als unterversorgt.

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Quelle: WikimediaCommons
Titel: Internet wireless router
Autor: Encryptedruler