Stadt Rietberg bringt „energetische Stadtsanierung“ auf den Plan

Die Stadt Rietberg will ihre Siedlungen stärken. Gemeinsam mit den Bürgern will die Stadt ein Konzept entwickeln, das ihnen Hilfestellung gibt, Energie zu sparen und die Lebensqualität in der Nachbarschaft zu steigern. »Energetische Stadtsanierung« heißt das Projekt, das beispielhaft zunächst in drei Wohnvierteln starten soll: 1) im historischen Stadtkern mit seinen Denkmälern, 2) rund um den Höppeweg als Beispiel für ein Wohnquartier der 1970er-Jahre, sowie 3) in einer Siedlung aus den 1950er/60er-Jahren, entlang der Stennerlandstraße.

Diese drei Gebiete stehen repräsentativ für andere Rietberger Wohnviertel mit ähnlicher Ausgangslage. Sie sollen Vorreiter für andere Quartiere sein. Die Stadt Rietberg hat das Kölner Büro Jung Stadtkonzepte beauftragt, um das Projekt aus Ingenieurssicht zu begleiten. Gemeinsam mit der Stadt und ihren Bürgern will das Planungsbüro eine Strategie erarbeiten. Ziel ist es, die Attraktivität der Gebiete als Wohn- und Lebensstandorte zu verbessern. Und außerdem Lösungsansätze aufzuzeigen für eine energetische Modernisierung des Gebäudebestandes, um noch mehr Energie einzusparen.

Ausgangspunkt ist zunächst ein Fragebogen, den die Anwohner der drei genannten Wohnquartiere nach Ostern geschickt bekommen. Dieser Fragebogen soll Aufschluss darüber geben, welche Dinge in welchen Quartieren typisch sind, wo der Schuh drückt, was erneuert werden muss und soll, wo spezifischer Sanierungsbedarf besteht und welche Potenziale und Chancen genutzt werden müssen, damit sich Rietberg mit seinen typischen Quartieren optimal entwickeln kann.

Die Fragebögen sollen auch Auskunft geben, wie wohl sich die Bürger in ihrem Wohnumfeld fühlen, oder wie zufrieden sie beispielsweise mit dem öffentlichen Nahverkehr oder der ärztlichen Versorgung in der unmittelbaren Nähe sind.

Stellschrauben zur Energieeffizienz drehen

Auf Grundlage dieser Fragebögen will das Planungsbüro Jung Stadtkonzepte für jedes der drei Wohnquartiere ein Energetisches Stadtsanierungskonzept erstellen. Darin sollen Handlungsempfehlungen aufgelistet sein, an welchen Stellschrauben die Bürger, aber auch lokale Unternehmen und die Kommune selbst drehen können, um die Energieeffizienz der Gebäude und der Quartiere insgesamt zu erhöhen.

Dabei werden alle örtlichen Akteure eingebunden – von den Anwohnern über Energieberater und Architekten bis hin zu Wohnungsbaugesellschaften und Finanzierungsberater. Gemeinsam sollen umsetzbare Möglichkeiten für die energetische Modernisierung der Rietberger Wohnviertel erarbeitet und umgesetzt werden.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei die künftige Wärme- und Stromversorgung. Große Einsparpotenziale liegen beispielsweise beim Austausch von veralteten Heizungsanlagen. Auch können neue Wege der Versorgung, wie bürgerschaftliche Nahwärmesysteme, eine wichtige Rolle für ein klimagerechtes Sanieren spielen.

Rietbergs Klimaschutzmanagerin Anika Hering hofft auf eine rege Beteiligung, denn „das Programm leistet einen wertvollen Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Quartiere als Wohn- und Wirtschaftsstandort“. Zudem ermöglicht es eine hohe Übertragbarkeit der Ergebnisse auf andere Quartiere und Stadtteile, damit möglichst alle Rietberger davon profitieren können.

(Foto: © Marc Boberach  / www.pixelio.de)