Stadt-Brandübung im Bibeldorf – Auch Pastor Fricke unter den Opfern

Mit 97 Mitgliedern der Löschzüge Rietberg, Mastholte und Neuenkirchen ist die erste Stadt-Brandübung seit zwei Jahren über die Bühne gegangen. Im Bibeldorf an der Jerusalemer Straße hatte man ein Feuer im Innenhof, sowie einen Bus-PKW-Unfall mit eingeklemmten Personen inszeniert. 

Um exakt 19.04 Uhr setzten Sebastian Reinkemeier und Sebastian Huth (beide Löschzug Rietberg), die die große Stadt-Brandübung mit ausgearbeitet hatten, den Notruf ab. Nur sechs Minuten später trafen die Löschzüge im Rietberger Bibeldorf ein, die sofort mit den Rettungsmaßnahmen an den Unglücksorten begannen. Gerade einmal 26 Minuten benötigten die drei Züge, um alle verletzten und vermissten Personen zu bergen – unter ihnen auch Pastor und „Bibeldorf-Chef“ Pastor Fricke.

„Ein großes Lob an die Darsteller. Das war selten so authentisch wie heute“, lobte Rietbergs Löschzugführer Thomas Otto die Einsatzbereitschaft und die schauspielerischen Fähigkeiten der „Opfer“. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer des Bibeldorfes nahmen ihre Sache Ernst und wirkten teils schwer verletzt.


Dieses Gefühl hatte man definitiv auch beim Anblick von Aushilfs-Busfahrer Dietrich Fricke, seines Zeichens eigentlich Pastor der evangelischen Kirche in Rietberg und Bibeldorf-Geschäftsführer. Beim inszenierten Unfall hatte der Bus ein Auto übersehen und beim Zusammenprall in den Graben geschoben. Während Fricke „blutüberströmt“ am Steuer saß, mussten die Türen des Busses mit Spezialwerkzeug geöffnet werden, um sieben Verletzte zu bergen.

Das Dach des roten Flitzers – vom Bus in die Büsche gedrückt – musste darüber hinaus entfernt werden, um die eingeklemmte, verletzte Person aus dem Wrack befreien zu können. Unter der Führung von Einsatzleiter Manuel Paehler gelang dies trotz der Enge an den Fahrzeugen reibungslos.

Und so war auch Beigeordneter und Kämmerer Dieter Nowak mit der Übung (von zahlreichen Ehrengästen verfolgt) zufrieden. „Sicherlich kann ich nicht beurteilen, ob alles so geklappt hat, wie es sollte. Aber das wird im Nachhinein sicherlich besprochen“, fasst Nowak das 48-minütige Szenario zusammen. So eine Übung sei auch wichtig, um die jungen Mitglieder an die Gerätschaften und Ernstfälle heran zu führen.

„Die anwesenden Mitglieder des Rates haben heute ganz sicher gesehen, wie wichtig das technische Know How ist, welches wir von der Stadt zur Verfügung stellen, um Menschen helfen zu können“, so Dieter Nowak weiter. Das gute Equipment beäugte auch die neue Kreisfeuerwehr-Verbandsführung Dietmar Holtkemper und Udo Huchtmeier.

Pastor und „Hausherr“ Dietrich Fricke bedankten sich bei den Kameraden für die Übung und den Ablauf im Bibeldorf, welchen er nunmal auch live und nicht nur sprichwörtlich hautnah miterleben konnte. Gleichzeitig nutzte er die Chance, die Stätte ein wenig zu erläutern, die zwischen April und Oktober rund 30.000 Besucher zählt. „Gerne möchte ich Sie und Euch samt Familien im Frühjahr 2014 zu einem Nachmittag mit Kaffee und Kuchen einzuladen“, fügte Fricke seinem kurzen Überblick an.

Die Stadt-Brandübung war von einer kleinen Gruppe des Löschzuges Rietberg organisiert und vorbereitet worden. Alle anderen Löschzugs-Mitglieder aus den drei Orten wussten lediglich vom Zeitpunkt, nicht allerdings vom Ort und Szenario Bescheid. Um ein Unfallrisiko bei der Anreise zu vermeiden, warteten die drei Löschzüge auf den Notruf in ihren Gerätehäusern.