Rietberger Fussballer mischen die Kreisliga B auf

DJK Bokel, GW Varensell, SV Germania Westerwiehe II., TuS Westfalia Neuenkirchen, SG Druffel – das ist die aktuelle Reihenfolge der Fußball-Kreisliga B, Gruppe 2 im Kreis Gütersloh. Die im allgemeinen als Rietberger Derbygruppe bezeichnete Spielklasse erlebt vor allem in diesem Jahr eine wahnsinnige Dominanz der Rietberger Ortsvereine. Allein Tabellenführer DJK Bokel hat als Tabellenführer schon elf Zähler Vorsprung vor Aramäer Rheda-Wiedenbrück, dem ersten Nicht-Rietberger Verein an der Tabellenspitze.

Dass sich die Rietberger Fussball aus den Ortsteilen unserer Stadt Rietberg wieder an der Tabellenspitze tummeln würden, war den meisten Experten der Kreisliga B bereits vor der Saison klar. Schließlich waren es gerade diese Mannschaften, die auch in den vorangegangenen Spielzeiten ganz oben standen. Schon etwas überraschender ist es da, dass DJK Bokel und GW Varensell ganz oben stehen. Da hatte man vor der Saison doch eher die Zweitvertretung von Germania Westerwiehe oder die ambitionierte Druffeler SG gesehen. Die Reserve von Viktoria Rietberg hinkt ebenfalls hinterher, allerdings eher den eigenen Ansprüchen.

Gerade letztgenannte SG Druffel hinkt den Erwartungen deutlich hinterher, holte man doch vor der Saison zahlreiche Spieler aus höheren Klassen an die Oaklane nach Druffel. Doch mittlerweile beträgt der Rückstand der Elf um Trainer Daniel Brehmer, der jetzt auch noch seinen Wechsel nach der Saison vom Trainerstuhl in die Marketingabteilung des Regionalligisten SC Wiedenbrpück 2000 bekannt gab, schon satte elf Zähler. Ernüchterung ist eines der Worte, die im Moment durch Druffel ziehen. Auch Viktoria Rietberg II. hatte sich vor der Saison einige vorgenommen. Doch der enorme Umbruch im Team hat dafür gesorgt, dass die Rietberger Fussballer der Viktoria zwar absolut nichts mit dem Abstieg zu tun haben dürfte, nach oben aber einiges an Punkten fehlt.

Anders sieht es da aber in Bokel aus, die erstmals seit Jahren wieder an die höchste Liga auf Kreisebene, der Kreisliga A, klopfen. Dies scheint vor allem am neuen Spielertrainer Giovanni Taverna zu liegen, der als einziger wirklicher Neuzugang den Ausschlag gibt. Der 39-jährige gebürtige Italiener wohnt nun schon seit längerer Zeit in Rietbergs kleinstem Ortsteil und entschied sich deshalb vor der Saison, die Schuhe für den B-Ligisten zu schnüren und zeitgleich das Traineramt zu übernehmen. Ein echter Glücksgriff für die Bokeler Jungs, spielte Giovanni Taverna doch vor seinem Engagement bei der DJK  unter anderem für den SC Verl, FC Gütersloh, Preußen Münster und den SC Wiedenbrück 2000.

Der erfahrene Abwehr-Recke hat der Hintermannschaft neue Stabilität verlieren und ist maßgeblich daran beteiligt, dass man in fünfzehn Begegnungen erst sieben Gegentreffer kassierte. Zum Vergleich: Die nächstbessere Abwehr stellt Neuenkirchen mit 19 Gegentreffern. Aber auch vorne klappt es auf einmal wie am Schnürchen. Bereits 58 trafen Brunsing, Brockschnieder, Siefert und Co. in das gegnerische Gehäuse – ebenfalls Ligabestwert. Und zur Zeit hat man nicht das Gefühl, dass sich etwas an dieser Dominanz ändern soll.

Und auch wenn gerade einmal die erste Saisonhälfte gespielt ist, darf man schon jetzt davon ausgehen, dass Rietberger Fussballer die Nachfolge von RW Mastholte II. antreten werden und am Ende nicht nur den Meistertitel der Kreisliga B, sondern gleichzeitig auch den Aufstieg in die A-Liga feiern wird. Ob dieser Verein allerdings am Ende Bokel, Varensell oder Westerwiehe heißen wird, entscheiden die restlichen 15 Begegnungen der Rietberger Fussballer.