Rietberger Emsturnhalle wird mit modernster Erdwärme beheizt

Die Emsturnhalle in Rietberg ist zwar die älteste Sporthalle im Kreis Gütersloh, jedoch wird sie künftig auf modernste Weise beheizt. Gleich hinter der Halle haben Fachleute jetzt ein 110 Meter tiefes Loch gebohrt, um aus der Tiefe der Erde Wärme zu gewinnen, um die Turnhalle zu beheizen. Für die Einrichtungen der Stadt Rietberg ist diese Form der Erdwärmenutzung bislang einmalig.

Aktuell wird die Sporthalle direkt an der Ems mit einer Lüftungsanlage ohne Wärmerückgewinnung beheizt. Doch die Stadt Rietberg möchte weg vom Heizöl und hin zu alternativen Energien. Deshalb hat das Ingenieurbüro Hense aus Gütersloh zusammen mit den Fachleuten der Stadtverwaltung ein neues Konzept entwickelt. Einerseits wird die Emsturnhalle, gebaut 1892 und erst vor wenigen Wochen aufwendig saniert, über eine Fernwärmeleitung an das Alte Progymnasium angeschlossen.

Durch die Verbindung der denkmalgeschützten Gebäude untereinander kann ein Teil der benötigten Heizlast in der Emsturnhalle vom Progymnasium aus geliefert werden. Die vorhandene Gaskesselanlage im Progymnasium wurde Bereits Ende 2014 in einer gesonderten Baumaßnahme ausgetauscht.

Erdwärme kommt aus 110 Meter Tiefe in die Rietberger Halle

Der noch fehlende Wärmeanteil wird mit dem Funktionsprinzip einer Sole/Wasser-Wärmepumpe in Verbindung mit einer Erdsonde gewonnen. Für diese 91 Millimeter dicke Doppel-U-Sonde hat die Firma Stükerjürgen aus Varensell jetzt die nötige Tiefenbohrung vorgenommen. Die Sonde liefert aus 110 Metern Tiefe im Winter die Erdwärme von maximal 8 KW über eine Soleflüssigkeit an die Wärmepumpe im Technikraum der Emsturnhalle. Im Sommer wird die Kälte aus dem Erdreich über eine Fußbodenheizung in die Halle gebracht.

Beide Techniken steuern jeweils etwa die Hälfte zur Deckung der benötigten Gebäudeheizlast bei. „Dass wir auch hier auf regenerative Energien setzen bringt uns wieder ein Stück weiter zu dem erklärten Ziel einer klimaneutralen Stadtverwaltung 2022“, kommentiert Bürgermeister Andreas Sunder diesen Schritt.

Die Arbeiten der Tiefenbohrung dauerten zwei Tage. Nun folgt der Anschluss der Erdsonde im Technikraum der Turnhalle. Bis die Emsturnhalle, die nach der monatelangen Sanierung gerade erst Ende November wieder für die Nutzung freigegeben worden ist, tatsächlich aus der Tiefe der Erde beheizt wird, kann es noch ein paar Wochen dauern.

Auf dem Bild schauen Diplom-Ingenieur Jörg Drescher (Firma Stükerjürgen), Diplom-Ingenieur Markus Hense (Planungsbüro), Klimaschutzmanagerin Anika Hering, Bürgermeister Andreas Sunder sowie Ingmar Schmidt vom Zentralen Immobilienmanagement der Stadtverwaltung (von links) bei der Tiefenbohrung gleich neben der Emsturnhalle interessiert zu. (Foto: Stadt Rietberg.)