Jubiläumsprogramm im Zeichen des Klosters

Die Grundsteinlegung des einstigen Franziskanerklosters in Rietberg jährt sich in diesem Jahr zum 400. Mal. Grund genug für das Stadtarchiv Rietberg, das Jugendwerk Rietberg als heutiger Nutzer, und viele weitere Akteure, eine Reihe mit 18 Veranstaltungen zu diesem Jubiläum zu organisieren. Gemeinsam mit allen Beteiligten hat Bürgermeister Andreas Sunder jetzt das Veranstaltungs-Programm vorgestellt.

In Erinnerung an das mehr als 350-jährige Wirken der Franziskaner in Rietberg haben zahlreiche Akteure das Veranstaltungsprogramm mit Gottesdiensten, Ausstellungen, Vorträgen und besonderen Führungen zur Klostergeschichte erarbeitet. Auch die traditionellen Konzerte der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes Baptist in der Franziskanerkirche stehen dieses Jahr ganz im Zeichen des 400-jährigen Klosterjubiläums.

Das Jubiläumsjahr beginnt mit einer vom Jugendwerk Rietberg initiierten Taizé-Feier am Samstag, 3. Februar, um 19 Uhr in der Klosterkirche und endet mit einer Ausstellung mit sakraler Kunst aus mehreren Jahrhunderten im Kunsthaus Rietberg – Museum Wilfried Koch. Die beginnt am 19. November und wird bis zum 13. Januar 2019 zu sehen sein. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit der Kirchengemeinde und dem Diözesanmuseum Paderborn.

Zusätzlich sind anlässlich des Jubiläums gemeinsam mit dem Heimatverein Rietberg Vortragsveranstaltungen und Führungen geplant. Auch der katholische Kindergarten Sabina Katharina, der den Namen der Klostergründerin trägt, beteiligt sich mit einer Ausstellung mit Kinderarbeiten an dem Programm. Das gesamte Programm liegt an vielen Stellen im Stadtgebiet aus und ist auf der Internetseite der Stadt Rietberg einsehbar (www.rietberg.de).

Letztlich ist die Entstehung von Kirche und Kloster eng mit der Rekatholisierung der Grafschaft kurz vor Beginn des 30-jährigen Krieges verbunden. Es sollte die Verfestigung und Vertiefung des katholischen Glaubens sichern, zu dem das Rietberger Land im Jahre 1610 nach einer gut 70 Jahre währenden protestantischen Zeit auf Anordnung des Grafenhauses mit Hilfe von Jesuiten aus Paderborn zurückgekehrt war. Die Grundsteinlegung für das Kloster erfolgte 1618, also im Jahr des Beginns des Dreißigjährigen Krieges.

Stifter waren Graf Johann III. von Ostfriesland und Rietberg (1566-1625) und seine Gemahlin Gräfin Sabina Catharina (1582-1618). Nach anfänglichen Konflikten zwischen der kölnischen Ordensprovinz und dem Grafenhaus förderte vor allem Graf Ernst Christoph (1606-1640), nach dem Tod seines Vaters neuer Landesherr, den Aufbau des Rietberger Konventes. Errichtet wurde das Kloster auf dem Gelände der frühesten gräflichen Burg im Bogen der Ems. Geweiht wurde die Klosterkirche 1629.

Mehr als 350 Jahre lang unterstützten die Franziskaner die Seelsorge in Rietberg und in den umliegenden Pfarrgemeinden. In gräflicher Zeit betreuten sie zudem die Rietberger Schlosskapelle und die Kapelle zur Holte. Sie leisteten Armenspeisungen und übten bis Mitte des 19. Jahrhunderts die Lehrtätigkeit am gegenüberliegenden Gymnasium aus. Aus Mangel an Nachwuchs wurde das Rietberger Franziskanerkloster 1967 zu einer Residenz herabgestuft und im Jahre 1975 aufgehoben. Vier Jahre später verließ der letzte Franziskanerpater die Emsstadt. Kirche und Kloster wurden 1979 dem Erzbistum Paderborn übertragen. Die Kirche wird seitdem von der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist betreut. Seit dem 1. Juli 1969 nutzt das Jugendwerk Rietberg, eine Einrichtung der freien Jugendhilfe, getragen vom Verein für Jugendhilfe im Erzbistum Paderborn e.V., die Klostergebäude.

Bild: Das Kloster heute. Es wird vom Jugendwerk Rietberg genutzt.

Quelle: Stadt Rietberg