Germania Westerwiehe II. läuft in der Kreisliga B allen davon

Eine Bilanz zum dahin schmelzen: 12 Spiele – 12 Siege – 49:12 Tore! Die Zweite Mannschaft von Germania Westerwiehe zieht in der Fußball Kreisliga B, Gruppe 2 zur Zeit an der Spitze einsam seine Kreise. Mit zehn Zählern Vorsprung vor Verfolger GW Varensell kann man schon fast den Sekt kalt stellen. Denn es scheint wahrlich niemanden zu geben, der die „kleine“ Germania in dieser Saison stoppen kann.

Die von Nico Benteler trainierte Germania ist momentan das Maß aller Dinge in der Kreisliga B. Zuletzt bezwang man am Sonntag sogar den einzig ernst zu nehmenden Verfolger und Ortsnachbarn GW Varensell verdient und locker leicht mit 4:2. Der Vorsprung von zehn Punkten nach zwölf Partien lässt erahnen, wie einseitig die Westerwieher Reserve die diesjährige Saison in der zweiten Kreisklasse gestaltet. Die Liga resigniert schon jetzt – obwohl erst ein Drittel der Saison gespielt ist.

Das Erfolgsrezept der Westerwieher ist dabei simpel wie effektiv: Mit einer optimalen Mischung aus jungen Talenten (vornehmlich aus den eigenen Reihen) und alten Haudegen, die mit Ihrer Erfahrung das Spiel bereichern, agiert Germania II. seit dem ersten Spieltag wie ein Spitzenteam und beweist dies mit einem Blick auf die aktuelle Tabelle. Alleine in den letzten sechs Partien erzielte die Benteler-Elf jeweils mindestens vier Treffer – auch da: Ligaspitze!

Vor der Saison verstärkte sich der selbsternannte Topfavorit mit einigen Spielern der bröckelnden Westfalia Neuenkirchen, sodass man zeitweise mit rund 35 Spielern das Training absolvierte. Ebenfalls ein Grund warum es zur Zeit einfach läuft. „Der Konkurrenzkampf war von Anfang an da und ist in jedem Training zu spüren“, heiße es aus Westerwieher Reihen. Konkurrenz belebt nunmal das Geschäft – auch im Fußball.

Da ein Großteil der Mannschaft aber weiterhin aus Westerwieher Spielern besteht, hat sich an der Berkenheide ein Phänomen entwickelt, das es so wohl kaum ein anderes Mal gibt: Die Zuschauer strömen eher zu den Spielen der Zweiten, als zu den Spielen der Ersten Mannschaft. Und dass, obwohl Westerwiehe I. in der Bezirksliga spielt. Da dort aber nur wenige Westerwieher spielen, identifizieren sich die Zuschauer deutlich mehr mit der Reserve.

Laufduell Robert Pollmeier Germania Westerwiehe gegen Viktoria Rietbergs Patrick Schlüter - klein

Einer der Erfolgsgaranten der „kleinen“ Germania: Robert Pollmeier (r.) – hier im Laufduell mit Rietbergs Patrick Schlüter – ist mit sieben Treffern maßgeblich am Sturmlauf seiner Mannschaft beteiligt.

Im Schnitt werden die teilweise mehr als 100 Zuschauer auch mit vier Toren pro Spiel belohnt. Die insgesamt 49 Westerwieher Treffer verteilen sich dabei aber auf viele Schultern – auch ein Erfolgsfaktor der Mannschaft. Mit den beiden Top-Torjägern Marius Oesterschlink (20 Jahre, 9 Tore) und Robert Pollmeier (20 Jahre, 7 Tore), sowie den jeweils fünffach erfolgreichen Kevin Hoffmann (22 Jahre), Christoph Westhoff (26 Jahre) und Matthias Kühlmann (26 Jahre) und etlichen anderen Knipsern vor dem gegnerischen Tore, hat die Germania bereits elf verschiedene Torschütze in ihren Reihen.

Dass man aber auch sehr viele junge Leute in seinem Kader hat, birgt auch andere Risiken. So wird Topscorer Marius Oesterschlink ab der Winterpause wegen eines Auslandssemesters nicht mehr zur Verfügung stehen. Gleiches gilt für Mittelfeld-Mann Timo Isenborth, der allerdings zur Zeit wegen einer Verletzung sowieso nicht zur Verfügung steht. Auch bei Student Robert Pollmeier könnte sich noch eine räumliche Veränderung einstellen, sodass Trainer Nico Benteler in der Rückrunde gleich auf mehrere wichtige Eckpfeiler seiner Mannschaft verzichten muss.

Wenn der große Kader das aber auch qualitativ auffangen kann, darf man in jedem Fall schon mal leise von der Rückkehr in die Kreisliga A träumen.