Die Kraft der Sonne noch stärker nutzen

Die Stadt Rietberg stellt sich einem bundesweiten Wettbewerb und will in möglichst kurzer Zeit die Zahl und vor allem die Leistung der Photovoltaikanlagen im Stadtgebiet verdoppeln. So lautet die Herausforderung im sogenannten »Wattbewerb«.

Natürlich gibt es in Rietberg bereits einige Anlagen zur Gewinnung von Strom aus Sonnenkraft auf den Dächern von Firmen und Privathäusern. Sie decken aber erst zehn Prozent des möglichen Gesamtpotenzials für Photovoltaikanlagen (PV). Aktuell sind im Stadtgebiet 1707 PV-Anlagen mit einer gesamten installierten Leistung von 38.022 Megawatt (MW) vorhanden. Diese Leistung zu verdoppeln ist das Ziel – bevor es eine andere Stadt tut.

Deshalb möchte Klimaschutzmanagerin Svenja Schröder jetzt alle Bürger, Unternehmen, Vereine und auch die Rietberger Bürger-Solarstrom eG motivieren, weitere PV-Anlagen auf ihren Dächern zu installieren. Die Kommunalpolitiker im Umwelt-, Klima- und Grünflächenausschuss unterstützen die Idee, die aus dem Klimabeirat kam, sowie die Wettbewerbsteilnahme einstimmig. Der »Wattbewerb« soll Motivation, Begeisterung und neuen Schwung zur Beschleunigung der Energiewende bringen und den massiven Ausbau von Photovoltaik innerhalb von Städten ankurbeln. Immerhin hat sich die Stadt Rietberg das Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den kompletten Energiebedarf der Stadt aus erneuerbaren Energien zu decken. Und die Energie aus der Sonne stellt dabei einen wichtigen und bisher nicht ausreichend genutzten Anteil dar.

Alle Photovoltaikanlagen zählen für den »Wattbewerb« mit: Dachanlagen, überbaute Parkplätze, Balkonmodule, Freiflächenanlagen und mehr. Selbst innerhalb der historischen Altstadt Rietbergs sind unter gewissen Voraussetzungen Photovoltaikanlagen inzwischen erlaubt. Dabei lassen sich Photovoltaikanlagen unterschiedlich gestalten: optimal ausgelegt auf den Eigenverbrauch; oder möglichst groß, um neben der Deckung des eigenen Strombedarfs einen finanziellen Gewinn zu erzielen aus der Einspeisung der möglichen Überschüsse ins allgemeine Stromnetz.

Wer selbst eine Anlage errichten möchte, kann sich diese aus dem städtischen Förderprogramm »Gezielt Handeln für Klimaschutz und Klimafolgenanpassung« bezuschussen lassen – mit 100 Euro je Kilowatt peak (kWp) Nennleistung. Voraussetzung ist zuvor eine Beratung bei der Verbraucherzentrale in Rietberg. Die sei ohnehin jedem zu empfehlen, so die Klimaschutzmanagerin, weil Objektivität dort ein wichtiger Grundsatz ist. Ob das eigene Dach zur Nutzung von Sonnenenergie geeignet ist, lässt sich bereits im Solarpotenzialkataster einsehen (www.solarkataster-kreis-gt.de).

Doch auch, wer selbst keine eigene Anlage bauen möchte, kann etwas für den Klimaschutz tun und so zum Erfolg des »Wattbewerbs« beitragen: Es besteht auch die Möglichkeit, seine Dachflächen (zumindest, wenn sie groß genug sind für eine Leistung von mindestens 20 Kilowatt) an die Rietberger Bürger-Solarstrom eG zu verpachten. Auch die Stadtwerke Rietberg-Langenberg bieten im Rahmen eines Contracting den Rund-um-Service mit Planung, Finanzierung, Installation, Betrieb und Wartung – sofern Unternehmen, landwirtschaftliche Betriebe oder Privatpersonen ihre Dachfläche zur Verfügung stellen.

Die Stadt Rietberg selbst hat ebenfalls das Potenzial ihrer eigenen Dachflächen ermittelt und leitet nun erste Schritte in die Wege: Auf dem Filterhaus des Freibades soll ebenso eine Photovoltaikanlage installiert werden wie auf dem Dach der Emsschule.

Bild: Michael Horstmann von der städtischen Hochbauabteilung und Rietbergs Klimaschutzmanagerin Svenja Schröder zeigen ein Solarpanel, von denen demnächst eine größere Anzahl auf dem Dach der Emsschule installiert werden soll. Fo