Bürgerstiftung Rietberg sucht Mitglieder, Ideen und Förderer

Die Bürgerstiftung behauptet sich als „ein Schiff in unruhiger See“, sagte die Kuratoriumsvorsitzende Dr. Annette Weeg anlässlich der jüngsten Stifterratssitzung im Jugendwerk. Die Bürgerstiftung Rietberg hat inzwischen 154 Stifter an Bord genommen. In diesem Jahr sind fünf neue dazu gekommen. Geschäftsführer Rüdiger Ropinski wies in einer Bilanz darauf hin, dass im vergangenen Jahr insgesamt 28 Projekte und Maßnahmen auf städtischer Ebene mit rund 28.877 Euro aus der Schatulle der Bürgerstiftung finanziert worden sind.

Das Treffen im Refektorium wurde vom Varenseller Jugendchor unter dem Dirigat von Sören Graute musikalisch eindrucksvoll umrahmt. Die Stifterräte labten sich bei einem gespendeten rustikal angelegten Spanferkelessen und erhielten dabei Einblicke in die Finanzsituation der Stiftung. Der steht derzeit ein Kapital von 1,9 Millionen Euro zur Verfügung. Für Förderungen stehen indes nur Zins-und Wertpapiererträge zur Verfügung, so sieht es die Satzung vor. Demnach standen 2013 rund 38.400 Euro zur Ausschüttung bereit.

Den Gesamterträgen von 51.253 Euro standen Aufwendungen von 58.521 Euro gegenüber. Mit 28.877 Euro machten die Förderprojekte den größten Posten aus. Der Differenzbetrag von 7.268 Euro wurde satzungsgemäß der Rücklage entnommen, die sich zu Jahresbeginn auf 9.940 Euro bezifferte.

Der Varenseller Jugendchor unter dem Dirigat von Sören Graute umrahmte die Sitzung musikalisch.

Der Varenseller Jugendchor unter dem Dirigat von Sören Graute umrahmte die Sitzung der Rietberger Bürgerstiftung im Jugendwerk in Rietberg musikalisch.

„André Kuper war Geburtshelfer der Stiftung“

Der Kuratoriumsvorsitzenden Dr. Annette Weeg bescheinigte Bürgermeister Andreas Sunder, der als Vorstandsvorsitzender in der Bürgerstiftung ehrenamtlich tätig ist: „Sie macht ihre Arbeit mit Herzblut – ohne die Brechstange anzusetzen.“ Sunder, der sich den rund 85 eingeladenen Stiftern mit einer Kapitänsmütze präsentierte, würdigte ausdrücklich die Arbeit seines Vorgängers im Amt: „André Kuper war der Geburtshelfer der Stiftung und hat sie dankenswerter Weise lange begleitet.“

In diesem Jahr kann die Bürgerstiftung bereits mit 11.000 Euro Spendenerträgen kalkulieren. Doch man wünscht sich mehr. „Stifter sein kann jeder Bürger“, stellte Dr. Annette Weeg heraus. „Wir möchten jährliche Förderer generieren. Unsere Türen stehen jedem Bürger weit offen.“ Wer sich mit den Vorhaben beschäftigen und sich in die praktische Umsetzung der Stiftungspläne einbringen wolle, sei nicht nur als Geldgeber, sondern auch schlicht als “Ideenstifter“ oder Zeitstifter sehr willkommen.

Als im Stiftungswesen erfahrene Gäste stellten bei dem Treffen im Jugendwerk zwei Mitarbeiter der VDW-Nachwuchsstiftung ihre operativen Projekte vor. Sie dienen dem Wissenstransfer zwischen Industrie, Schulen und Universität und der Verbesserung von Auszubildenden im Bereich Maschinenbau.