Bokels Fußball-Profi Uwe Hünemeier von Energie Cottbus will irgendwann zurück in die alte Heimat

Satte 520 Kilometer liegen zwischen dem Trainingsplatz des FC Energie Cottbus und der alten Heimat des Zweitliga-Profis Uwe Hünemeier, nämlich Bokel. Eine Entfernung, die der 27-jährige mit seiner Familie nur sehr selten in Kauf nehmen kann, um seine Freunde und Familie im Rietberger Land zu besuchen. Trotzdem versucht er immer den Kontakt zur Heimat zu wahren, denn irgendwann nach seiner aktiven Karriere möchte er in jedem Fall wieder zurück kehren. Wann das ist, steht allerdings noch nicht fest.

Uwe Hünemeier begann im Alter von sechs Jahren bei seinem Heimatverein DJK Bokel mit dem Fußballspielen. Schnell wurde klar, dass Uwe ein besonderer Kicker war, der es vielleicht sogar mal groß rausbringen könnte. Und so dauerte es auch nicht lange, bis die ersten größeren Vereine an der schwarz-gelben Vereinstür klopften, um den Schlacks abzuwerben. Das Rennen machte der damalige FC Gütersloh, bei dem der gebürtige Rietberger von 1997 bis 2000 die Fußballschuhe schnürte. Und das schon sehr, sehr erfolgreich.

Der erste große Sprung folgt im Sommer 2000, als ausgerechnet die Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund die Fühler nach dem damaligen Stürmer ausstreckte und den BVB-Fan in die eigenen Reihen lotsen konnte. Ein Bokeler zum BVB? Klingt komisch, war aber so. 2004 kam der Sprung in die Zweite Mannschaft. Nur ein Jahr später bekam Hünemeier einen Profivertrag und gehörte nunmehr dem Profikader des Fußball-Bundesligisten an. Am 17. Dezember 2005 gab er sein Profidebüt und das gleich gegen den FC Bayern und in der Startformation. „Es war eine schöne Erfahrung. Da Brzenska und Wörns nach der Winterpause aber wieder fit waren, bin ich automatisch wieder ins zweite Glied gerutscht“, erinnert sich Uwe immer noch gerne an seinen ersten Auftritt im Fußball-Oberhaus.

Trotz seiner guten Leistung konnte sich Uwe Hünemeier leider nicht durchsetzen. Insgesamt schaffte es der Innenverteidiger auf fünf Einsätze bei den Profis. Dennoch stand zur Saison 2010/2011 ein Vereinswechsel an: Nachdem ein Wechsel zu Arminia Bielefeld an der Ablösesumme scheiterte, wechselte Hünemeier zum Zweitligisten FC Energie Cottbus, um dort gleich in der ersten Saison in 30 Spielen neun Treffer zu erzielen. Auch in der zweiten Saison in der Lausitz kam er auf 25 Einsätze.

„Es ist sicherlich das schwerste Jahr in Cottbus! Eine völlig neue Situation, mit der ich lernen musste umzugehen“

2. Fußball-Bundesliga - Rückrunde - 25. Spieltag Saison 2012/13 - FC Energie Cottbus gegen 1. FC Union BerlinMit Beginn dieser Saison hat der 1,89 m große „Hüne“ seinen Stammplatz wegen einer Verletzung verloren, sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. „Zu allererst möchte ich natürlich spielen. Von daher kann ich noch nicht sagen, wie es im Sommer weiter geht“, lässt er die nächsten Wochen erstmal auf sich zukommen.

Auch wenn es sportlich zur Zeit etwas stockt, so kann er sich privat absolut nicht beschweren: Zusammen mit Ehefrau Theresa konnte er sich Ende letzten Jahres mit der Geburt seines Sohnes über das zweite Kind freuen. Nun sind die Hünemeiers also zur viert. „Auch wenn der Fußball meine Leidenschaft ist, sot ist die Familie das wichtigste, dem auch der Fußball dann und wann unterzuordnen ist“, versucht Uwe die passende Mischung zwischen dem Profi-Dasein und dem Familienleben zu finden. Eine Mischung die in Cottbus trotz der Entfernung zur Familie in Bokel bzw. Delbrück zur Zeit sehr gut gelingt.

Spielen will er in jedem Fall noch einige Jahre: „Ich konnte vor ein paar Jahren mein Hobby zum Beruf machen und den möchte ich natürlich so lange wie möglich ausüben“. Neben seinem Stammplatz will Uwe vor allem eines wieder finden – seinen Torinstinkt. „Ein wenig ärgern tue ich mich schon darüber, dass ich nicht ab und zu mal einen mache vorne“, hadert er zur Zeit auch an seiner Torquote. Letztlich sei er aber Verteidiger und müsse eigentlich Tore verhindern, statt vorne zu erzielen.

Ich bin nach wie vor relativ gut informiert, was die große DJK in der Kreisliga fabriziert. Momentan sieht es ja ziemlich gut aus. Ich drücken den Jungs die Daumen, dass es am Ende reicht!

Dass die Abwehr wichtig ist, zeigt zur Zeit sein Heimatverein DJK Bokel in der Kreisliga B. Mit weniger als zehn Gegentreffern steht die DJK an der Tabellenspitze und greift nach dem Titel. Die gelang zuletzt in der Saison 2003, als man vor dem Rivalen und Ortsnachbarn Viktoria Rietberg den Meistertitel in der Kreisliga B und damit den Aufstieg in die A-Liga schaffen konnte. „An den letzten Aufstieg in die Kreisliga A kann ich mich noch gut erinnern. Es müsste in Rietberg gewesen sein und gefühlt war das ganze Dorf vor Ort“, erinnert sich Uwe gerne zurück an die Partie, als Bokel in Rietberg den Aufstieg perfekt machen konnte.

Ob er selber irgendwann mal das Trikot der DJK nochmal überstreifen wird, kann er jetzt noch nicht sagen. Auch wenn er früher immer gesagt habe, irgendwann einmal zurückzukehren, so könne er das nicht versprechen, denn so etwas sei schwierig vorherzusehen. „Planbar ist so etwas nicht“, so Hünemeier. Schließlich muss er sich nach der aktiven Karriere auch Gedanken über seine berufliche Zukunft machen. In dieser Richtung habe er sich aber noch nicht festgelegt. Generell soll es aber im weitesten Sinne mit Sport zu tun haben.

So ungewiss seine sportliche, als auch berufliche Zukunft ist, so klar ist die familiäre und private Zukunft im Hause Hünemeier geklärt: Irgendwann soll es definitiv zurück in die Heimat gehen, das steht jetzt schon fest. „Spätestens wenn unsere Älteste eingeschult wird, möchten wir uns in der Heimat niederlassen“, wollen er und seine Ehefrau den Kindern frühzeitig ein gutes und soziales Umfeld geben. Dies könne theoretisch auch erstmal ohne ihn passieren, je nachdem „wo ich dann spiele“.

Bokel kann sich also schon einmal darauf freuen, dass ihr Uwe irgendwann wieder zurückkehrt.