Besuchsdienst für Senioren in Rietberg unabhängig vom Verein

Bei der Betreuung älterer Menschen ist der Besuchsdienst für Senioren eine wertvolle Unterstützung. Diese Besuche zu bündeln, haben sich die Stadt Rietberg und die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Gütersloh vorgenommen. Sie richten jetzt einen verbandsübergreifenden Besuchsdienst für Senioren ein. Ältere Menschen, die gern Besuch bekommen möchten, sollten sich ebenso melden, wie ehrenamtliche Helfer, die gern Besuche durchführen wollen.

Im historischen Ratssaal in Rietberg haben die Arbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtsverbände im Kreis Gütersloh und die Stadt Rietberg jetzt mit dem AWO-Kreisverband Gütersloh, den Caritaskonferenzen im Stadtgebiet, dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Rietberg sowie die Diakonie einen verbandsübergreifenden ehrenamtlichen Besuchsdienst für ältere Menschen in Rietberg ins Leben gerufen. Die Seniorenbeauftragte der Stadt Rietberg, Marlies Zumbansen, wohnte dem Treffen bei und unterstützt das neue Serviceangebot rückhaltlos. Bürgermeister Andreas Sunder wertet es als eine wichtige Ergänzung zum sozialen Miteinander in der Stadt. Schließlich ging der Wunsch nach einem solchen Besuchsdienst als Anregung aus der Befragung »Älter werden in Rietberg« hervor.

Der neue Besuchsdienst will ehrenamtliche Helfer motivieren, schulen und sammeln, egal ob sie einem Verband angeschlossen sind oder nicht. Sie sollen dann älteren Menschen, die nicht mehr mobil sind, die allein oder hilfsbedürftig sind, für einige Stunden in der Woche Lebensfreude und Gesellschaft bieten. Ob sie gemeinsam spazieren gehen, einander vorlesen, sich erzählen, miteinander spielen oder zusammen einkaufen gehen, ist den Besuchern und ihren Gastgebern selbst überlassen. Zu Beginn, bei einem Kennenlernbesuch, sollte immer zunächst eine Vertrauensperson des Gastgebers dabei sein, so der Vorgabe. Dauer und Umfang der Besuche sind dann individuell abzustimmen.

Diese Besuche übernehmen engagierte Rietberger Bürgerinnen und Bürger, die sich mit den Fachberaterinnen für Senioren- und Ehrenamtsarbeit der Wohlfahrtsverbände gezielt auf diese Aufgabe vorbereitet haben und sich darauf freuen. Christa Peitz und Renate Erichlandwehr sind die ersten, die sich gemeldet haben und solche Besuche übernehmen möchten. Denn nur ehrenamtlich ist diese Aufgabe zu meistern. Weitere Helfer und Helferinnen sind herzlich willkommen und sollten sich bei Swetlana Reimer in der Abteilung für Jugend, Soziales und Wohnen melden.
Dort werden alle Anfragen und Angebote koordiniert. Auch Menschen, die gern Besuch erhalten möchten, sollen sich dort unter der Rufnummer (0 52 44) 98 63 10 melden. Die Besuche sind kostenlos.

Abteilungsleiter Wilfried Dörhoff, Fachbereichsleiter Stephan Tydecks und der Beigeordnete Dieter Nowak, der das jüngste Treffen aller Beteiligten eröffnet hatte, freuen sich über die neue Kooperation. „In Zeiten des demografischen Wandels wird die Zahl älterer Menschen weiter ansteigen. Und damit auch der Bedarf an solchen Angeboten“, sagte Dieter Nowak. Immer mehr Menschen leben allein und fühlen sich einsam. „Deshalb sind solche Angebote immer wichtiger“, ergänzte Wilfried Dörhoff.

Manche Wohlfahrtsverbände oder Kirchengemeinden bieten diesen Service bereits an. Doch oft besteht eine Hemmschwelle, weil die Senioren keinen Bezug zu dem jeweiligen Anbieter haben. Als neutrale Anmeldestelle bietet sich das Rathaus nun für alle Menschen in der Stadt an.