A-Jugend von Viktoria Rietberg hofft auf Pokal-Sensation

Auf dem Papier ist die A-Jugend von Viktoria Rietberg vor dem Kreispokal-Finale gegen den SC Wiedenbrück 2000 klarer Außenseiter. Doch die Fußballer vom Trainer-Duo Leon Pollmeier und Max Heinrich sind gewillt, die Sensation zu schaffen. Dafür muss man aber über sich hinaus wachsen und den vermeintlichen Riesen aus Wiedenbrück in die Knie zwingen.

Die Landesliga-Fußballer von Trainer André Harsdorf liegen mit elf Zählern aus acht Partien ein wenig hinter den eigenen Erwartungen. Umso wichtiger für die 2000er, dass man nun im Pokal-Finale steht und ein erhofftes Ziel der Saison bereits früh realisieren kann. Die Jungs von Viktoria Rietberg werden sich da aber keineswegs nur als Sparringspartner zur Verfügung stellen, sondern versuchen, die Sensation auf Kreisebene zu schaffen.

Bereits im vergangenen Jahr trafen beide Mannschaften im Weckenbrock-Kreispokal aufeinander. Damals brachte die Viktoria den SCW mächtig ins Wanken und erreichte durch das 3:3-Unentschieden nach 90 Minuten die Verlängerung. „Da fehlten uns dann leider die Kräfte, um noch einmal zuschlagen zu können“, erinnert sich Leon Pollmeier trotz der 3:5-Niederlage sehr gerne an die Begegnung zurück.

Denn eine ähnlich kämpferische Leistung dürfte dem jungen Trainer auf Rietberger Seite ganz sicher auch am Samstag gefallen – zumal genau so eine Leistung von Nöten ist, um für eine Überraschung sorgen zu können. „Wir werden uns voll reinhängen. Meine Jungs haben nichts zu verlieren“, nimmt Pollmeier die Außenseiter-Rolle sehr gerne an. Den Druck schiebt er damit automatisch zehn Kilometer weiter Richtung Nord-Westen.

Nach drei Spielen steht die Viktoria in der Kreisliga A auf Rang drei und hat noch kein Spiel verloren. Zuletzt konnte man den Herzebrocker SV mit 3:1 von der Platte schießen – ähnlich wie im Pokal-Halbfinale. Dort traf man nur einige Tage eher ebenfalls auf den HSV und belohnte sich Dank einer starken zweiten Hälfte mit dem Einzug ins Finale des Kreispokals.

Das Pokalfinale am Samstag findet traditionell auf dem Kunstrasen Geläuf in Friedrichsdorf statt. Sicherlich kein schlechter Untergrund für die Viktoria – denn sowohl in Herzebrock (gleich zwei Mal), als auch in Sende konnte man diese Saison alle drei Spiele auf Kunstrasen gewinnen. Statistiken, an denen man sich im Rietberger Lager gerne klammert – denn die Vorzeichen sprechen auf dem Papier klar für Wiedenbrück.

„Aber eins steht fest: Wir treten ohne Angst an. Wenn wir nen guten Tag haben, dann schlagen wir die“, hofft Riebergs Coach auf den Lucky Punch in „Tippe“. Sein Gegenüber André Harsdorf weiß aber auch, dass alles andere als ein Wiedenbrücker Triumph eine riesige Überraschung wäre. „Wir sinder klare Favorit, aber wir werden uns schon strecken müssen“, will er Rietberg keinesfalls unterschätzen.

Froh ist der Trainer des SC Wiedenbrück 2000, dass all seine Spieler fit sind und am Samstag auf dem Rasen stehen können. In Rietberg muss man eventuell auf Philipp Herbort verzichten, der im Meisterschafts-Spiel gegen den Herzebrocker SV umgetreten wurde. „Eigentlich will er spielen. Er hat im Fitnessstudio einen Belastungstest gemacht – er meint, es würde wohl gehen“, hofft Leon Pollmeier auf rechtzeitige Genesung.

Unsicher ist sich der Rietberger Coach noch, mit welcher Taktik und Marschroute er antreten will. „Ich bin noch am überlegen, ob wir von Anfang an pressen oder uns hinten rein stellen und kontern“, hat er sich noch nicht festgelegt. Ins offene Messer laufen wollen die Rietberger aber sicher nicht – denn so lange es 0:0 steht, wachsen die Chancen für die Überraschung der Viktoria.

Für zwei Spieler des SC Wiedenbrück wird die Partie zu einem besonderen Duell: Niklas von Mutius und Ole Goldbeck sind beide gebürtige Rietberger und treffen daher auf Freunde und Kumpels. Von Mutius ging sogar in der letzten Saison noch für die Viktoria auf erfolgreiche Tore-Jagd (knapp 25 Saisontore). Unter Trainer Harsdorf spielt er aber nun in der Abwehr.

Gerade von Mutius wird alles geben, um einer Blamage zu entgehen. Im Training lies er laut Trainer André Harsdorf verlauten, dass er bei einer Finalniederlage aus Rietberg weg ziehen wolle. Die Mannschaft von Leon Pollmeier und Max Heinrich wird daher alles in die Waagschale werfen, damit sich der alte Teamkollege ernsthafte Gedanken um einen Wohnorts-Wechsel machen muss.

Anstoß für das A-Jugend Pokal-Finale in Friedrichsdorf ist am Samstag um 17 Uhr. Wenn alles glatt läuft und es keine Verlängerung gibt, dürfte der neue A-Jugend Kreispokal Sieger um 19 Uhr fest stehen. Danach wird es für die Viktorianer übrigens in jedem Fall Grund zum Feiern geben. Denn ab 19 Uhr findet die alljährliche Weihnachtsfeier der Viktoria Fußballabteilung statt. Pollmeier: „Feiern werden wir also allemal“.